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Wie klinische Studien von Wearables profitieren

Erstellt am: 11.03.2024

 

Sie messen den Puls, zählen Schritte oder zeigen Nachrichten an: Immer mehr Menschen tragen Wearables wie Smartwatches oder Fitnesstracker. Geräte, die auch Vorteile für klinische Studien bieten. Ein Überblick.

 

Arten und Funktion von Wearables

Viele kennen Wearables als Smartwatches oder Fitnesstracker, die Schritte und Kalorien zählen, den Puls oder Blutdruck messen. Mithilfe von Elektroden und Sensoren erfassen die kleinen Geräte dauerhaft oder punktuell verschiedene Vitalwerte am Körper ihres Trägers.

Medizinische Wearables

Medizinische Wearables unterstützen die Behandlung von Krankheiten und verbessern die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Erkrankungen. Ein Beispiel hierfür sind Glukose- oder Insulinmessgeräte für Diabetes-Patienten. Bisher werden diese zur Analyse des Blutes mitsamt Insulindepot auf die Haut von Erkrankten gesetzt. Aktuell entwickeln Unternehmen bereits Wearables, die mittels Lichtmessungen den Blutzuckerspiegel durch die Haut messen.

Nicht-medizinische Wearables

Nicht-medizinische Wearables, etwa Smartwatches oder Fitnesstracker, dienen der Abfrage von Vitalwerten in der Freizeit und beim Sport. Zudem nutzen viele die kleinen Geräte um Nachrichten zu verschicken oder im Internet zu surfen.

Wie funktionieren Wearables?

Wearables sind häufig mit einer App auf dem Smartphone verbunden. Per Bluetooth werden die gesammelten Daten vom Wearable auf das Smartphone übertragen. Darauf wertet dann eine App diese Informationen aus und transferiert die Ergebnisse anschließend in eine Cloud.

 

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Welche Chancen bieten Wearables klinischen Studien?

Immer mehr Menschen nutzen Wearables im Alltag. Eine Entwicklung, die auf das zunehmende Bewusstsein für die eigene Gesundheit zurückzuführen ist– das eröffnet Sponsoren und Unternehmen in der Pharmabranche Chancen.

Einer der größten Vorteile von Wearables in klinischen Studien bietet das Remote Patient Monitoring, die Studienteilnahme aus der Ferne. Statt langen Patientenbefragungen und Besuchen in Studienzentren erheben Wearables alle relevanten Daten direkt am Patienten, egal wo sich dieser befindet. Diese räumliche Unabhängigkeit erhöht die Reichweite der Studie, die Patientenrekrutierung findet nicht mehr ortsgebunden statt.

Wearables bieten Daten in Echtzeit

Wearables messen in Echtzeit die vitalen Werte ihrer Träger. Somit müssen Daten nicht mehr händisch von Patienten und Ärzten dokumentiert werden. Die Geräte übermitteln die erhobenen Informationen unmittelbar an die Studienzentren. Für Beteiligte gestaltet sich die Studie einfach und reibungslos, die Teilnahmebereitschaft steigt, die Ausstiegsrate sinkt.

Gleichzeitig können Ärzte Patientinnen und Patienten besser betreuen. Die Wearables garantieren einen dauerhaften Überblick des Gesundheitszustands, bei auffälligen Werten von Teilnehmern können Medizinerinnen und Mediziner jederzeit eingreifen.

Weitere Vorteile von Wearables

  • Weniger Aufwand für Ärzte und Patienten, Beteiligte sparen Zeit und Kosten

  • Validere Studienergebnisse dank hoher Datenintegrität

  • Patienten haben ihre eigenen Werte besser im Blick und vermeiden Verhalten, welches die eigene Gesundheit beeinträchtigt

  • Wearables helfen in der Präventivmedizin, indem sie Warnmeldungen bei einem verschlechterten Gesundheitszustand senden

 

Wearables in klinischen Studien: Die Herausforderungen

Trotz aller Vorteile sind mit dem Einsatz von Wearables in klinischen Studien noch einige Herausforderungen und Fragestellungen verbunden:

  • Wie stellen Studienleiter und Mediziner sicher, dass Patienten Wearables regelmäßig und ohne Unterbrechung oder Störung tragen?

  • Wie gelingt ein einheitlicher Datentransfer bei unterschiedlich entwickelten Produkten?

Ein Hindernis für den Einsatz von Wearables in klinischen Studien stellt zudem die Genauigkeit der Messungen dar. Wie akkurat Daten erhoben werden, weicht von Gerät zu Gerät ab. Wearables informieren ihre Träger zwar über den Fitnesszustand, ob sie medizinisch verlässliche Messungen durchführen, bleibt jedoch fraglich. Daher ist nicht jedes Wearable automatisch für den medizinischen Einsatz geeignet und auch zugelassen.

Wearables, die als medizinische Geräte verwendet werden, unterliegen jedoch strengen Regularien, besonders bezüglich der Patientensicherheit. So erfordert die Einführung von Wearables in klinische Studien die Kooperation mehrerer Interessensgruppen. Entwickler, CROs, Pharmaunternehmen und Gremien arbeiten zusammen, um Wearables in klinische Studien zu integrieren, diese dauerhaft zu digitalisieren und sicherer sowie effizienter zu gestalten.